Un camino arduo

Direkt am Morgen nach dem Frühstück fragten wir an der Rezeption des Hotels, ob wir nun die Zimmer wechseln könnten, da uns dies gestern versprochen wurde. Wir sprachen mit jemand anderem als zuvor am Abend und dieser erklärte uns, dass es noch dauere und später am Tag könnten wir ein anderes Zimmer beziehen.

Wir hatten an diesem Tag Lust zu einem Strand zu gehen. Tobi guckte sich auf der Karte einen schönen abseits liegenden Strand aus. Dafür fuhren wir zunächst wieder für kleines Geld in den nächsten Vorort von Santa Marta an dem wir auch mit dem Bus am Tag zuvor entlang gefahren waren. Im Vorort Gaira hielten wir an der Strandpromenade Ausschau, ob uns ein Taxi zum Playa Inca Inca bringen könnte. Jedoch erfuhren wir schnell, dass kein Taxi uns dorthin fahren würde, sondern nur ein Boot. Wir entschieden uns dann aber zu laufen auch wenn es eine Affenhitze war. Wir würden steigen müssen und der Weg sollte mindestens 45 Minuten dauern.

Gesagt, getan. Wir liefen eine Weile und entschieden an einem Punkt auf der Straße anzuhalten um uns mit Sonnenöl einzuschmieren. Es fuhr ein Taxifahrer vorbei, der uns unbedingt mitnehmen wollte. Ich fragte ihn, ob er uns bis zum Playa Inca Inca bringen könne. Er war nicht ganz sicher, wollte uns aber unbedingt mitnehmen. Er rief wohl seinen Chef an und die beiden quatschen eine ewig lange Zeit. Wir waren schon drauf und dran zu sagen, dass wir nicht mehr möchten, da legte er auf und wir fuhren los.

Mir fiel aber auf, dass wir den falschen Weg einschlugen, das sagte ich ihm auch. Aber wir alle waren dann am zweifeln. Er fragt nochmal Leute am Wegesrand. Einer sagte er sei richtig, zwei andere Männer meinten aber er müsse einen anderen Weg nehmen. Den Weg, den ich im Navi gesehen habe.

Wir drehten also um. Nach einer Weile wurde der Weg aber immer schotteriger und die Steine immer größer. Beim Weg zuvor war es auch schon bedenklich gewesen, aber es war nach mehrmaligem Anlauf einfach nicht mehr machbar. Nicht ohne Grund hatten uns alle Fahrer zuvor gesagt, dass sie zu diesem Ort nicht fahren könnten und uns ein Boot angeboten. Sie machten sich über uns lustig als wir gemeint hatten es gäbe einen Weg, den man mit dem Auto fahren könne. Wie naiv von uns und auch unserem aktuellen Taxifahrer. 😄 Aber er wusste es nicht besser. Wir sagten dem Taxifahrer mehrmals, dass er uns nicht bringen müsse, wir könnten auch zu Fuß weiter, so wie wir es kurz zuvor vorgehabt hatten. Er betonte immer wieder es sei kein Problem und fing irgendwann aber sogar an große Steine aus dem Weg zu räumen. Wir rutschten mit dem Wagen über den Boden, die Reifen drehten durch, wir hörten es am Unterboden rumpsen, aber weiter von der Stelle bewegten wir uns nicht. Irgendwann gab der Taxifahrer es auf und entschuldigte sich. Wir sagten es sei überhaupt kein Problem. Wir fanden den Einsatz zwar fürchterlich nett und zuvorkommend, hatten aber ein mulmiges und schlechtes Gefühl dabei, dass er wegen ein paar Euros sein Auto schrotten könnte. Wir gaben ihm für seine Mühe einen Teil des Geldes, das wir für die Fahrt vereinbart hatten und verabschiedeten uns. Witzig was man alles so auf der anderen Seite des Erdballs erlebt. Aber gleichzeitig macht es auch nachdenklich für wie wenig Geld die Leute solche Dinge in Kauf nehmen. Kein Wunder wenn man überall extrem belagert wird um eine einfach Taxifahrt in Anspruch zu nehmen.

Wir machten uns also zu Fuß weiter durch die brütende Hitze. Tobi mal wieder schweißgebadet und am jammern und ich mit hochrotem Kopf und am schimpfen wegen Tobias Meckerei. Danach war Tobi am schimpfen, weil er meinte ich würde zu viele Fotos machte und wir so niemals ankämen. 😒

Es war aber letztendlich den Kampf wert für die lohnenswerte Aussicht über Berge und Meer.

Am Strand Playa Inca Inca angekommen besorgten wir uns einen Schirm aus Stroh mit Liegestühlen und Stühlen aus Plastik. Es war aber schweineteuer unserer Meinung nach. 19€ umgerechnet (80000 COP). Das war der Tagestarif. Und wir waren erst 14 Uhr am Strand.

Wir blieben ein paar Stunden und kühlten uns immer wieder im Wasser ab. Es waren nicht viele Leute hier. Es ist ein ziemlich abgeschiedener schöner Ort, den die meisten nur mit dem Boot anfahren. Wenige bestreiten den Weg zu Fuß. Ein paar übersportliche Fahrradfahrer und ein paar Motorradfahrer nahmen diesen Weg auch. Ansonsten waren wir die einzigen, die ihn wanderten.

Gegen 16 Uhr gingen sowohl viele Strandbesucher und auch die Strandbar machte zu. Wir sagten, dass man uns nicht informiert habe, dass wir die Liegen und Stühle schon wieder gegen 16 Uhr abgeben musste. Dafür waren 19€ nämlich sehr teuer. Sie kamen uns entgegen und nahmen nur die Liegestühle mit und baten uns die Stühle nachdem wir gehen würden selbst auf den Stapel der anderen Stühle zu tun. Kein Problem für uns. Das war ein Kompromiss.

Gegen 18 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Es war immer noch anstrengend, jedoch war es mit der untergehenden Sonne  wesentlich angenehmer als der Hinweg während der Mittagssonne. Auch die Aussicht auf Graiga war sehr schön. Dieser Vorort Santa Martas zeichnet sich durch viele hohe Hotelbauten aus. Zurück nahmen wir von der Schnellstraße aus wieder einen Bus ins Zentrum der uns einsammelte.

Nach einer Dusche im Hostel gingen wir nochmal ins Zentrum und Richtung Strand um essen zu gehen. Wir gingen in eine Schnellimbiss-Taqueria (85000 COP, umgerechnet etwas über 20€) Ja, was unsere Speiseauswahl angeht hätten wir tatsächlich besser nach Mexiko reisen sollen. Dann eben das nächste Mal 😄

Da es Tobi immer noch angeschlagen war und wir noch keine Lust hatten bei dem warmen Wetter ins Hostel zu gehen, setzten wir uns noch am den Strand und guckten uns Schiffe und Lichter des Hafens in der Ferne an. Wir bekamen unerwartet Besuch von eine Hündin, die uns bei Aufbruch zum Hostel sogar noch die ganze Zeit folgte. Wir stellten ihr noch Wasser hin, das die Streunerin aber unberührt ließ. Wir gingen schließlich ins Hostel. Dann machte sie sich auch wieder auf ihre vier Pfoten.

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