
Bienvenidos a Cuba
Nach einem langen Flug inklusive Zeitverschiebung um ganze 6 Stunden! sind wir endlich auf Kuba gelandet. Etwas geschafft, aber froh angekommen zu sein haben wir dann auch noch die Hürde an der Grenzkontrolle gemeistert.
Als wir aus dem Flughafen kommend sofort angesprochen wurden, dachten wir uns: „Tja das muss wohl Kuba sein, wo man direkt als Tourist auf der Straße angesprochen wird.“ Also haben wir etwas gehandelt (Immer fragen, ob der Preis zusammen oder pro Person gilt, das haben wir bei Achtung Abzocke gelernt 😜) und die Taxifahrt für 30€ angeboten bekommen. In Anbetracht der Fahrtdauer gar kein schlechter Kurs. Also sind wir dann auch in das Taxi eingestiegen und mussten direkt feststellen, dass die Gurte nicht korrekt funktionierten. Der Gurtschnaller war nicht mehr vorhanden, die Gurte an sich jedoch schon.

Als wir dann an der Adresse des Hostels angekommen sind, war nur eine Hausnummer mit einer normalen Türe ohne Klingelschild etc. zu sehen. Etwas verwirrt baten wir den Taxifahrer das Hostels anzurufen (Nummer stand zum Glück in der E-Mail). Als er uns sagte, dass wir einfach klingeln sollen, verabschiedete er sich auch schon und wir gingen in Richtung der Türe und klingelten. Uns wurde auch sodann geöffnet und vor uns Stand eine nette Frau mit ihrem Mann die uns in ihrem Zuhause begrüßten. Die beiden erwiesen sich sofort als sehr freundlich, gesprächs- und hilfsbereit. Sofort wurde uns eingetrichtert, dass wenn wir auf den Straßen in Kuba unterwegs seien unbedingt sagen sollten wir seien schon zum zweiten oder dritten Mal hier um nicht weiter angequatscht und angeflunkert zu werden.

Ihr Mann zeigte uns direkt das kleine Zimmerchen mit eigenem Bad inkl. einer recht großen Dusche. Insgesamt sah alles sehr sauber und durchaus für die Verhältnisse hier gepflegt aus. Wir waren also direkt angenehm überrascht und man überreichte uns auch direkt im Anschluss die Schlüssel.

Am Abend hatten wir dann auch eine Verabredung mit einem Kontakt. Dieser wollte sich mit uns in einer Bar treffen. Er hatte uns die Daten geschickt und es war auch fast direkt um die Ecke (wir wohnen doch schon relativ zentral). Als wir an der Bar ankamen haben wir uns mit ihm zusammen hingesetzt, über Kuba gesprochen und Geld gewechselt. Der Kurs war auch ziemlich gut was für uns sehr viel Wert ist (wie sich im folgenden noch herausstellen wird). Er gab uns auch noch viele hilfreiche Tipps wo wir Sim-Karten finden könnten um dauerhaft Internetzugriff haben zu können und nicht nur mit der Internetkarte für eine Stunde, die wir kurz vor unserem Treffen bereits aufgebraucht haben um ihn zu kontaktieren und auch unsere Familien über unsere sichere Ankunft zu informieren. Wir haben sehr günstig und lecker essen und trinken können. Für drei Personen haben wir umgerechnet circa 17 Euro bezahlt, das sind 5555 kubanische Pesos (CUP).

Der Abend neigte sich dem Ende hin und wir gingen nach Haus. Es war bereits dunkel auf den Straßen aber hier in Habana fühlt man sich dennoch nicht unsicher. Es war gut dieses Land als erstes genommen zu haben bevor es ggf. innerhalb der anderen Länder härter zugehen wird.
Am nächsten Tag war der Plan eine Sim-Karte zu besorgen, weil es ansonsten schon schwieriger mit der Verbindung ist und generell Kontakt zu halten. Also haben wir uns auf den Weg zur Adresse gemacht, welche uns unser Bekannte am Abend zuvor genannt hatte. Als wir dort ankamen wollte man uns bereits eine SIM-Karte für 5000 CUP geben (sic!) das ist wirklich teuer wenn man bedenkt, dass die identische Karte in dem offiziellen Laden bei 1000 CUP liegt, also eine Abzocke direkt vor dem Laden. Gut, dass wir nicht drauf eingegangen sind 😄
In Kuba funktioniert auch das in der Schlange stehen etwas anders. Wir wollten uns (wie typische Deutsche) erst einmal in Reih und Glied aufstellen und uns wurde dann mitgeteilt, dass noch weitere Leute vor uns dran sind, diese saßen aber verstreut. Man muss also erst einmal nachfragen wer denn der Letzte (El último) in der „Schlange“ ist und nach diesem muss man sich dann richten (Das wurde uns von dem Bekannten, den wir am Vorabend schon in der Bar kennengelernt haben erklärt. Jedoch hatten wir dieses System bis dato immer noch nicht ganz verstanden).
Schließlich wurde uns in dem Laden sehr gut geholfen und wir konnten die SIM-Karte bei Vorlage eines Reisepasses bentragen und nutzen. Die Einrichtung musste aber die Mitarbeiterin vor Ort noch übernehmen, da einige Einstellungen getroffen werden mussten ehe man wirklich die Karte nutzen konnte. Die Karte beinhaltet nun 3,5GB ein paar Freiminuten und SMS. Das Internet hier ist aber trotz 4G Verbindung extrem langsam und man benötigt so eine Menge Geduld.

Gegen Nachmittag wollten wir uns dann in Richtung Strand auf den Weg machen. Wir sind also in Richtung des „Parque Central“ gelaufen, jedoch sollten wir den Weg bis zum Strand heute wohl nicht mehr beschreiten. Als wir nämlich an eine Straße am Meer zwei Kubanern über den Weg liefen, sprachen diese uns bereits an und luden uns zu einem Fest in die „Callejon de Hamel“ ein. Dort sollte es eine Veranstaltung afrikanischer Kultur geben und ein Fest wo Rumba und Salsa geboten werden sollten geben, das es nur heute und darüber hinaus sonst nur einmal im Monat geben sollte. Wir wurden also leider dazu überredet und sind den beiden nett wirkenden Kubanern (ein 31 Jähriger und seine 20 Jährige Cousine) gefolgt. Was dann geschah kann man wohl nur eine typische Touristenfalle nennen. Plötzlich war dort ein ausgewiesener Guide, welcher auf offiziell gemacht war. Er ist aber definitiv nicht offiziell, beschreibt einem viel über diese Stätte, aber möchte am Ende der Tour eine CD verkaufen für 10$, diese CD sollte man aber nicht kaufen wie wir später über Tripadviser erfahren mussten. Außerdem wurde uns in der Bar ein völlig überteuertes Getränk serviert was auch nicht so gut schmeckte (5$ pro Getränk). Im Anschluss daran wurden wir auch zum Essen mitgeschleppt, weil wir Hunger hatten und haben dann in einem ziemlich für kubanische Verhältnisse Verhältnisse und Preise teuren Restaurant gegessen. Stutzig machte natürlich auch, dass die beiden Kubaner in keines der beiden lokale überhaupt nichts bestellten. Auf die Frage hin wieso nicht kam nur ein: „Wenn ihr uns einladet dann gerne.“ – Aha!

Nach dieser Erfahrung mussten wir einfach wieder Abstand nehmen davon und sind nicht mehr zurück um irgendwelche Tänzer anzuschauen und haben uns entschlossen in Richtung Hafen zu gehen, wo die Stadt sich teilt und man durch einen unterirdischen Tunnel fahren muss um zur anderen Seite zu gelangen. Wir sind schließlich abgebogen in das touristische Viertel der Stadt.

Innerhalb des Touristenviertels wurde man deutlich frequentierter angesprochen als außerhalb in den normalen Wohnvierteln. Außerdem haben sich zwei deutschsprachige Touristen an uns gewandt und gefragt wie wir das denn mit dem Geldwechseln hier handhaben würden. Als wir sagten, dass wir ausschließlich Bargeld tauschen, meinten Sie sie hätten zu wenig dabei und der offizielle Wechselkurs bei den Banken (wenn man abhebt) ist 25 CUP für 1€, sprich ein richtig schlechtes Geschäft. Zum Vergleich: In einer offiziellen Wechselstube (Bargeld) kann man 1€ für 120 CUP tauschen und laut unserem Taxifahrer auf der Straße (bei normalen Leuten) 1€ für 300 CUP und auch teilweise mehr. Letzteres ist der wahre Kurs für die Kubaner. Nur Vorsicht bei dem Tausch auf der Straße, da dieses Geld wohl oft eine Fälschung sein soll.


Genug für diesen Tag (Freitag 12.04.2024) haben wir dann wohl bereits erleben dürfen und haben uns dann auch nach diesen Eindrücken auf den Heimweg begeben.