Un paseo muy impresionante y clásico

Zunächst begann der Tag damit, dass wir auf Empfehlung unserer Hostelvermieterin Odalis in einem sowohl günstigen als auch leckeren Café frühstückten. Sie meinte es sei ein wenig teuer. Aber daran merkte man abermals, dass die Kubaner andere Preisvorstellungen als wir haben. Wir haben zusammen lediglich umgerechnet 11€ bezahlt.

Danach machten wir uns wieder einmal auf zum Parque Central um dort unser Ziel, eine Oldtimer-Tour durch Havana, anzusteuern.
Wir kamen gerade um die Ecke und ich war noch am umfüllen der Wasserflaschen als uns ein braun gebrannter Typ mit Cappie und Pilotenbrille entgegen kam. Er offerierte uns natürlich direkt wonach wir suchten bzw. was wir vorhatten. Suchen muss man dort nämlich nicht wirklich um einen Chevrolet-Fahrer zu finden. Ein bisschen handeln und die Augen nach den guten Angeboten offen halten kann man aber schon. Wir hatten tatsächlich direkt Glück mit dem Kerl. Wir haben aber auch viele Male gefragt und uns abgesichert, ob der Preis für uns beide zusammen gilt und für die gesamte Zeit. Das haben wir nämlich auch von ‚Achtung Abzocke‘ (eine von Tobis Lieblingssendungen 😄) gelernt. Er bot uns für 40 Euro oder Dollar für eine Stunde oder 70 Euro oder Dollar für eine 2 Stunden-Tour. Tobi handelte ihn auf 60 Euro/Dollar für die 2 Stunden-Tour runter und wir begonnen die Fahrt am schönen Capitolio.

Der Fahrer erklärte uns viele Dinge auf Spanisch. Er zeigte uns verschiedene Schulen, ein abgebranntes Gebäude aus 2016 und das Chinatown von Havana in dem einst viele Chinesen lebten. Obwohl dort kaum noch Chinesen leben ist dieses Viertel laut der Auskunft unseres Fahrers immer noch von der chinesischen Kultur, der Kulinarik und den unverkennbaren Gebäuden geprägt.

Kuba ist ein sehr armes Land. Das spürt man vor allem in Havana. Ein paar Bettler sieht man immer wieder. Es liegt auch an vielen Stellen haufenweise Müll auf den Straßen und selbst wenn mehrere Müllcontainer aufgestellt sind quellen diese schnell über. Es gibt viele für unsere Verhältnisse abbruchreife Gebäude. Diese werden aber so wie es scheint nicht oft abgerissen. Außerdem gibt es auch neben den hübschen Gebäuden im Touristenviertel wenn man sich weiter in die äußeren Viertel Havanas wagt, viele abgerockte Gebäude. Hier kann man das wahre Havana spüren und erleben. Viele Wildhunde sieht man auch auf den Straßen Havanas. Viele sehr mager, aber kein einziger war wirklich wild und jagte uns Angst ein. (Außer der Hund im Hostel, der uns anknurrte und mir kurz ein bisschen Angst machte. Ich sah nichts, da wir im Dunkeln in der frühen Morgenstund aufbrachen, um zu unserem nächsten Ziel aufzubrechen. Er war anscheinend angeleint, und wir gingen schnell die schmale steinerne und ausgetretene Treppe hinunter. Er schien wohl nur in der Nacht bei der Familie zu nächtigen und sonst tagsüber auf der Straße herumzuspazieren, weil wir sonst nie Kenntnis von ihm nahmen außer in der Nacht. Aber nicht zu viel vorwegnehmen. Dieser Tag folgt ja noch 😉)

Zurück zu unserer Tour:
Wir kreuzten Havanas hiesige Universität und wir kamen an einem Kino vorbei. Sehr vieles erinnert hier tatsächlich an die USA aus den 50ern, 60ern und 70ern oder generell aus dem letzten Jahrhundert. Im Zentrum gibt es einige Leuchtreklame oder Leuchtschilder für Restaurants, Bars oder Diskotheken. Außerdem versetzt der Baustil einiger Kinos meiner Meinung nach einen in die US-amerikanischen Filme von früher zurück. Ja die Amis hatten und haben noch viel Einfluss auf Kuba. Die Vor- und Nachteile kann sich jeder selbst zusammenreimen. Viele Dinge sind in Kuba knapp. Das Ein- und Ausfuhrverbot ist auch strenger als an vielen anderen Orten. Alles was auf Kuba angebaut und hergestellt wird kann man auch zu einem günstigen Preis ergattern. Importierte Produkte sind meist teurer. Für einen selbst gemachten Schokodonut in einer Bäckerei haben wir umgerechnet knapp 60 Cent bezahlt. Es wurden dort auch kleine Nutellagläser angeboten. Zu einem stolzen Preis von umgerechnet 8€. Und das auch nur zu unserem guten Wechselkurs. Der offizielle wäre das Dreifache. Das gilt dann natürlich nicht für die Kubaner. Als Touri muss man aufpassen und sich vorher ein bisschen mit Kuba auseinandersetzen. Sonst gibt man mehr aus als man muss.

Wir machten unseren ersten Stopp am Plaza de la Revolución mit den berühmten Bildern von Che Guevara und Camilo Cienfuegos. Auf der gegenüberliegenden Seite ist das turmartige Monumento a José Marti zu sehen.

Danach ging es in den Wald von Havana (Bosque de La Habana). Dort gibt es sehr schöne Natur auch leider viel Müll in Natur und Fluss zu finden. Wir stiegen zum zweiten Mal aus und knipsten ein paar Fotos von uns und der Natur. Tobi vergass natürlich seine Sonnenbrille als wir uns an einer kleinen Bar Wasser bestellten 🤪. Es fiel Tobi aber nachdem wir ins Auto einstiegen und ein paar Meter gefahren waren direkt auf. Wir drehten um und eine Touristin hatte bereits gesagt es sei ihre Brille. Das war natürlich auffällig, denn warum hätten wir sonst umdrehen sollen. Also wurde sie uns direkt wieder zurückgegeben.

Tobi mit schickem Altherrenhut und Rio Almendares im Hintergrund
Isla Josefina im Bosque de La Habana

Nachdem wir das Waldgebiet hinter uns ließen kamen wir in ein Viertel was ich als das Botschaftsviertel bezeichnen würde. Unser Fahrer zeigte uns eine Botschaft nach der anderen. Dort waren aber auch viele normale Wohngebäude. Hier gab es eher einzelne Häuser. Havana-Zentrum ist vor allem durch viele kleine Wohnungen gesäumt in denen die Leute leben. Die Gänge sind klein, wie in unserem Hostel, aber die Wohnung hatte viele Zimmer. Bestimmt leben aber nicht alle Kubaner mit so vielen Zimmern, dass sie sie immer untervermieten können. Das machen nur die, die genug Platz haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sehr viele sind.

An der Straße Malecón hat man eine tolle Aussicht auf die tosende Wucht des Meeres, die an die Mauer klatscht

Weiter ging es an einer Straße am Meer entlang. Wir sahen die amerikanische Botschaft. Natürlich ein riesen Gebäude. Das große Krankenhaus, das wir auch schon zwei Tage zuvor zu Fuß gesehen hatten und einen kleinen angelegten Wasserfall.

Wasserfall am Malecón

Wir fuhren durch einen Tunnel und gelangten in das Viertel ‚Casablanca‘. Dort steht viel altes Kriegsgerät, das an die Kubakrise erinnern soll. Die Kubaner nennen es tatsächlich die ‚Crisis de Octubre‘ – Oktober-Krise (das wusste ich tatsächlich noch gar nicht). Aber irgendwie verständlich, dass die Kubaner es nicht dir Kuba-Krise nennen. Es gibt für Kuba selbst noch andere Probleme und Krisen. Gesamthistorisch betrachtet war diese eine Krise aber eine ziemlich bedeutender Zeitpunkt in der Weltgeschichte. Die Uhr stand was einen atomaren Weltkrieg anging gewissermaßen auf kurz vor Zwölf. Die Russen stationierten im Oktober 1962 Mittelstreckenraketen auf Kuba, die Amerika hätten erreichen können. Amerika drohte daraufhin mit Atomkrieg. Erwähnenswert ist, dass die USA zuvor bereits Mittelstreckenraketen in Italien und Türkei stationierten und die in der Türkei im April 1962 einsatzfähig machten. Dies zu somit die Reaktion Russlands nuklear bei dem Verbündeten Kubas aufzurüsten nach sich. Die Russen zogen sich nach Drohung Amerikas eines Atomkrieges wieder aus Kuba zurück.

Waffenausstellung der Sowjetunion in Verbindung mit der Kubakrise

Wir machten unseren dritten und letzten Stopp am Parque del Cristo de La Habana. Dort oben hat man auch eine tolle Aussicht über den gesamten Hafen, Havana Zentrum mit seinen teils hohen Gebäuden und über das Meer (Golf von Mexiko). Außerdem steht dort oben (wie der Name des Parks schon vermuten lässt) eine große Statue Christus abbildet von wie ich später im Reisebus hörte – einer blinden Frau aus sehr vielen kleinen Teilen bestehend geschaffen.
Außerdem ist dort eine große Mauerfestung auf der jeden Tag eine Kanonenshow zu einer bestimmten Uhrzeit stattfinden soll.

Blick auf Teil von Havanas Hafen
Statue El Cristo de La Habana (erinnert an die Statue, die in Rio de Janeiro in Brasilien steht)
Blick über Havana City und Teil des Meeres
Alte Festungsmauer

Unser Fahrer setzte uns netterweise wieder in der Straße unseres Hostels ab und wir haben ihm die 70$, weil wir uns so gefreut haben, dass er ehrlich und sehr freundlich zu uns war. Er hatte zwischenzeitlich auch noch sehr lecker gewürzte Erdnüsse für mich von einem Straßenhändler der zwischen den haltenden Autos langlief gekauft, die sich Maní nennen. Er tat dies, da ich ihn fragte worum es sich bei dem Inhalt der weißen kleinen aufgerollten Tütchen aus teilweise bedrucktem Papier handele und er mir es nicht erklären konnte oder vielleicht eher weil ich zu begriffsstutzig war haha. In Spanien heißen Erdnüsse nämlich Cacahuete und nicht Maní. Viele Wörter, auch Essen betreffend, sind in Zentral- und Südamerika einfach andere als in Spanien.

Es war alles in allem also eine sehr gelungene Fahrt mit sehr vielen tollen und interessanten Eindrücken.

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